Störungen der sexuellen Fortpflanzung nach Ahlers
4. Störungen der sexuellen Fortpflanzung
4.1 Praekonzeptionelle Störungen 
4.1.1 Unerfüllter Kinderwunsch/chronische Infertilität
4.1.2. Eingebildete Schwangerschaft
4.2 Pränatale Störungen
4.2.1 negierte/verdrängte Schwangerschaft
4.2.2 unbemerkt (nicht bewusst wahrgenommen)
4.2.3 verheimlicht (bewusst wahrgenommen)
4.2.4 serielle Aborte
4.3 Postnatale Störungen
4.3.1 Kindes-Abstoßung/Kindes-Vernachlässigung
Kindes-Mißhandlung
4.3.2 Kindes-Tötung
4.4. Reproversion
4.4.1 Missbrauch eines Kindes zur „Selbststabilisation“
4.4.2 Missbrauch eines Kindes als „Selbstobjekt“
Reproversive Störungen der sexuellen Fortpflanzung können also in allen Stadien des Fortpflanzung auftreten. Sie dürfen nicht mit biologisch bedingten Störungen verwechselt werde.
Manchmal ist der psychosomatische Aspekt einer Störung leicht zu erkennen. Eine Kindstötung ist
neben einem kriminellen Delikt auch immer die Folge einer defizienten psychischen Entwicklung. Es wird jedem Leser klar sein, dass eine gesunde, in sich gefestigte Frau ihr Kind nicht töten würde, unter keinen Umständen! Die Tötung ist eine Folge einer inneren Ablehnung der eigenen Nachkommenschaft oder aber des Umstandes, dass sich ein Kind den reproversiven Anforderungen widersetzt.
Bild: Kindstötungen sind natürlich auch kriminelle Delikte, immer aber auch Zeichen für eine krankhafte Störung der Mutter
Nicht immer sind psychische Hintergründe für abnorme Vorgänge so leicht zu erkennen wie im Falle der Kindstötung. Unerfüllter Kinderwunsch kann zum Beispiel biologische, aber auch psychosomatische Hintergründe haben. Es ist in solchen Fällen die Aufgabe des Sexualmediziners, in einem ausführlichen Gespräch heraus zu finden, welche Störung hier zu Grunde liegt. Die Ablehnung von Nachwuchs kann durch eine unglückliche Partnerschaft bedingt sein, das wäre dann eine psychosomatisch bedingte Kinderlosigkeit, sie kann aber natürlich auch organische Ursachen haben. Das wäre ein Fall für den Gynäkologen oder die Kinderwunschklinik.