Inakzeptable Themenvermengung
Einmal mehr bin ich dem STANDARD, jener rosaroten Tageszeitung in Österreich, die zu meinen Lieblingsblättern gehört unendlich dankbar. Nur hier, im STANDARD wird am 22. Februar 2010 auf Seite 21 jenes Thema aufgenommen, das auch mir schon taglelang am Herzen liegt.....die inakzeptable Vermengung von Begriffen wie Homosexualität, Missbrauch und Paedophilie.
Der Anlass hierfür ist der Missbrauchsskandal innerhalb der römisch katholischen Kirche in Deutschland (=> siehe unter "Röm. kath. Kirche und Homosexualität" auf der Web-Site www.gaymed.at).
Der Autor, dem besonderer Dank für seine objektive Darstellung der Thematik gebührt, ist Mag. Norbert Pauser. Er ist Vorstandsmitglied der "austrian gay professionals".
Ich erlaube mir, seinen Artikel hier auszugsweise wiederzugeben!

BEKANNTE, ABER ÜBERHOLTE ASSOZIATIONSMUSTER

Mag. Pauser schreibt in seinem Artikel: "Auffallend und zugleich im hohem Mass befremdlich erscheint, dass in der Mehrzahl dieser Berichte Kindesmissbrauch und Homosexualität in einen Zusammenhang gebracht wird, nach dem Assoziationsmuster Homosexualität = Männer = Pädophilie = männliche Prostitution = abweichende Sexualpraktiken. Ich (der Autor des Artikels, aber auch ich als Autor dieser Website und diplomierter Sexualmediziner) halte dies für inakzeptabel.
Mag. Pauser erinnert nun im Verlauf seines Artikels an die Affaire rund um "unserern" Kardinal Groer, der der Homosexualität bezichtigt wurde. Auch damals ging es aber schon um Missbrauch an schutzbefohlenen Zöglingen und nicht um Homosexualität, auch damals wurden diese Begriffe vermengt oder gar gleichgesetzt.
Zu Unrecht natürlich!
Pauser weiter: "Die Geschichte wiederholt sich als Endlosschleife im Jahr 2010: In einem Bericht über die aktuellen Aufdeckungen zitiert DER STANDARD den amtierenden Rektor jenes betroffenen Berliner Gymnasiums, der seine Kirche scharf kritisiert: "Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden."

DIE WAHRHEIT...!

Homosexualität ist eine sexuelle Orientierung, sie beschreibt eine sexuelles Begehren auf das eigene Geschlecht, das sich in Tagträumen, sexuellen Phantasien oder auch im sexuellen Verhalten widerspiegelt. Homosexualität ist weder deviant, weil sie in allen Kulturen in einer Größenordnung von etwa 10% zu finden ist, noch per se delinquent.
Paedophilie ist eine Paraphilie, das heisst eine deviante ("danebenliegende") Liebe, die sich gegen kindliche Körper richtet. In der Begrifflichkeit der Sexualmedizin handelt es sich hier um keine sexuelle Orientierung, sondern um eine sexuelle Ausrichtung. (Die sexuelle Ausrichtung beschreibt das praeferierte Alter des Sexualpertners). Paedophilie ist deviant, dissozial und macht delinquent.
Es ist erwiesen (!), dass Beides nichts miteinander zu tun hat. Konkret wissen wir, dass es Paedopilie bei heterosexuellen und homosexuellen Menschen gibt. Und zwar prozentuell im selben Ausmaß. Dies ist die Wahrheit, alles andere ist falsch.
Warum der Rektor eines Gymnasiums und andere Meinungsbildner nicht in der Lage sind, sich vor der Abgabe eines öffentlichen Statements zu informieren, ist mir nicht klar.
Die Vermengung von Paedophilie mit Homosexualität diskreditiert integre Menschen. Ich halte dies für fahrlässig und unseriös!
Ihre Meinung? georg.pfau@me.com